Bochumer Sozialforum

Das Bochumer Sozialforum gründete sich im Oktober 2003. Seit diesem Zeitpunkt trifft sich monatlich (jeden letzten Montag um 19 Uhr im Sozialen Zentrum) das gemeinsame Plenum, das für alle Interessierten offen ist. Daneben existieren immer wieder Arbeitsgruppen. Wir machen Infoveranstaltungen wie zuletzt zur Bolkesteinrichtlinie, beteiligen uns an Demonstrationen oder machen Infostände.
Die Idee der Sozialforen kommt aus der Überzeugung, dass es Alternativen zur neoliberalen Politik gibt und geben muss. Unter dieser Idee haben sich in den letzten Jahren weltweit Hunderttausende von Menschen in so genannten Weltsozialforen zusammengefunden, zuletzt 2004 in Bombay/Mumbai/Indien, 2005 in Porto Alegre/Brasilien, 2006 in drei dezentralen Weltsozialforen in Caracas/Venezuela, Bamako/Mali und Karachi/Pakistan. Inzwischen haben ähnliche Foren auch auf europäischer Ebene stattgefunden. Letztes Jahr fand in Erfurt das erste bundesweite Sozialforum in Deutschand statt.
Sozialforen verstehen sich als offener Raum, wo alle Kritiker/innen der neoliberalen Globalisierung sich treffen und ihre Vorstellungen verbreiten können. Was die Menschen, die dort zusammen kommen zudem eint, ist die Vorstellung, dass soziale Rechte und Menschenrechte unteilbar sind.
Das Bochumer Sozialforum versteht sich wie inzwischen viele andere lokale Sozialforen als Teil dieser grenzüberschreitenden sozialen Bewegung. Wir wollen uns für Soziale Gerechtigkeit, (Basis)Demokratie und Umweltschutz sowie eine solidarische globale Entwicklung einsetzen. Wir widersetzen uns der immer stärker betriebenen Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben.
Auch wir verstehen unser Forum als offenen Raum. Die Aufgabe von lokalen Foren unterscheiden sich allerdings etwas von den Kongressen wie dem Weltsozialforum. Hier ist es eine besondere Aufgabe, dass Menschen aus unterschiedlicher sozialer und politischer Herkunft sich über einen längeren Zeitraum annähern und dabei die unterschiedlichen Forderungen akzeptieren lernen. Eine besondere Herausforderung ist es dabei gemeinsam handeln zu lernen. So bietet das Bochumer Sozialforum eine Plattform für viele Menschen und außerparlamentarische Initiativen und Organisationen. Dieses Forum ermöglicht eine bessere Möglichkeit der Kommunikation und Vernetzung.
Wir wünschen uns weiterhin ein Zusammentreffen verschiedener kritischer Menschen mit unterschiedlichen Positionen, die von der Kritik an einzelnen Missständen bis hin zu umfassender Gesellschaftskritik reicht. Das Sozialforum soll die Solidarität und den Respekt untereinander stärken, ohne zu vereinheitlichen. Ein hierarchiefreies, gleichberechtigtes Miteinander sehen wir als ersten Schritt in die Richtung einer selbstorganisierten, nicht auf Konkurrenz, sondern auf Solidarität begründeten Gesellschaft.
Die Idee gelingt uns natürlich nicht immer. Viele soziale Gruppen, die sich gegen Sozialabbau wehren, sind nicht regelmässige Teilnehemr/innen beim Sozialforum. Wir würden uns aber freuen zunehmend gelingt, den Kreis zu erweitern.