Bevorstehende Veranstaltungen

27. Oktober 2017

Vorführung des Films „Ende der Vertretung“ am 27.10.2017

Am Beispiel eines Streiks im Einzelhandel sucht der Film nach Antworten auf die Frage, weshalb die Beschäftigten und ihre systemkonformen Organisationen, insbesondere die Gewerkschaft ver.di, nicht in der Lage sind sich gegen die Arbeitgeber durchzusetzen. Er erkundet das Engagement der Arbeitenden im Streik und analysiert das Vorgehen der Streikleitung und die Rolle der Betriebsräte. Beschrieben werden auch die Interventionen linker Gruppen an der Seite der Streikenden.

Entgegen der Haltung der bürgerlichen Gewerkschaften können auch systemimmanente soziale Kämpfe Ausgangspunkt für eine fundamentale Kritik sein. Hierbei kommt es aber darauf an, über den bloßen Konformismus hinaus, Forderungen und Veränderungen aus den Bedürfnissen der Arbeiter und Arbeiterinnen abzuleiten und nicht als Beitrag zum besseren Funktionieren des Systems anzubieten.

Die Situation der Beschäftigten im Einzelhandel hat sich in den letzten Jahren drastisch verschlechtert. Während die Arbeitsbelastung immer näher an die Grenze des körperlich erträglichen geht, bleiben die Löhne immer weiter hinter den steigenden Lebenshaltungskosten zurück. Und das während die Gewinne der Unternehmen kontinuierlich ansteigen: zwischen 2000 und 2006 um 64,3%. Als die Arbeitgeber Ende 2006 die Zuschläge für Spät- und Nachtarbeit kürzen wollten, hatten sie im Empfinden vieler Beschäftigter eine Grenze überschritten: Die längste und härteste Tarifauseinandersetzung im deutschen Einzelhandel begann.

Der Film begleitet die Streikenden über mehrere Monate. Zu Wort kommen Frauen, die seit Jahrzehnten im Einzelhandel arbeiten. Viele streiken zum ersten mal in ihrem Leben. Oft sind sie allein erziehend, in Teilzeit und mit so wenig Lohn, dass sie sich ihr Essen „bei der Familie zusammensuchen“ müssen. Manchen wird ihr Engagement im Streik zum Verhängnis, Emmely zum Beispiel.
Nachdem sie in ihrer Kaiser’s Filiale den Streik organisiert hat, wird ihr unter einem Vorwand fristlos gekündigt. Als sie auf Wiedereinstellung klagt bekommt sie die ganze Wucht des deutschen Arbeitsrechts zu spüren.

Im Anschluss an den Film wird es die Möglichkeit zum Austausch und zur Diskussion geben.

Freie Arbeiter und Arbeiterinnen Union Duisburg/Ruhrgebiet – Sektion östliches Ruhrgebiet in Zusammenarbeit mit dem freiraum e.V. und dem SchwarzRotenTresen

Beginn: 27. Oktober 2017 18:30
Ende: 27. Oktober 2017 18:30

2. November 2017

Die Kulturfabrik Bochum präsentiert:

DISRUPT! – Gegen die totale Erfassung

DISRUPT! beschreibt die Versuche, das menschliche Dasein den Anforderungen einer reduktionistischen künstlichen Intelligenz zu unterwerfen. Der Anpassungsdruck des Menschen an die Maschine wirkt bereits jetzt – weit vor einer vollständigen Vernetzung aller mit allem.
Das Redaktionskollektiv çapulcu dechiffriert diese – oft unhinterfragte – Entwicklung als Angriff auf unsere Autonomie und analysiert seine entsolidarisierende Wirkung. Denn Technologie ist nie neutral, sondern immanent politisch.

Ein Gegenangriff auf die Praxis und die Ideologie der totalen Erfassung erscheint zwingend notwendig. Die Autor*innen plädieren für die Wiederbelebung einer praktischen Technologiekritik zwischen Verweigerung und widerständiger Aneignung spezifischer Techniken.

Themen werden sein:

  • Künstliche Intelligenz und ihre Auswirkungen im JETZT
  • Smartification unseres Lebens
  • On-Demand-Okönomie
  • Erfassung Bewertung Lenkung
  • praktischer Widerstand: Sabotage und Hacking
  • Konkretes Projekt: Amazon (siehe dazu blackfriday.blackblogs.org)

Die aktuelle Broschüre findet ihr auf capulcu.blackblogs.org

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem freiraum e.V. Bochum.

Beginn: 2. November 2017 19:00
Ende: 2. November 2017 19:00