Archiv - August 2011
Lesung im Cafe P.O.T.: Unbequeme Tote
Die Gruppe Fracción Autonoma del Ejercito Zapatista (FAEZ) liest aus dem vierbändigen Roman „Unbequeme Tote - Es fehlt, was fehlt“ von Paco Ignacio Taibo II gemeinsam geschrieben mit Subcomandante Marcos; dt. Übersetzung von Miriam Lang.
Das Buch erschien bereits 2004 in der mexikanischen Zeitung „La Jornada“ und wurden in Deutschland von dem Verlag Assoziation A übersetzt und verlegt. Es handelt sich um ein einzigartiges Literaturexperiment, indem zwei verschiedene, voneinander unabhängige Autoren zusammen einen Krimi schreiben. Die einzelnen Kapitel wurden 2004 Woche für Woche in „La Jornada“ abgedruckt. Jede Woche ein Kapitel; immer im Wechsel geschrieben. Insgesamt 12 Kapitel sind es geworden, 239 Seiten stark.
Die Geschichte erzählt von der Suche zweier Detektive nach dem Bösen. Jeder der beiden Autoren bringt seinen eigenen Ermittler ins Spiel. Die beiden Ermittler spiegeln die kulturellen Unterschiede von Mestizen und Indigenas wieder. Es werden viele Themen angesprochen wie Rassismus, Homosexualität, Gewalt, Kapitalismuskritik und vieles mehr.
Ein Detektiv und eine „Ermittlungskommission“ bekommen unabhängig voneinander den gleichen Auftrag. Einen gewissen Morales zu suchen, welcher den Bösen und das Böse verkörpert. Über Umwege kommt dann eine Zusammenarbeit der beiden zustande, welche die städtische und die indigene Kultur auf höchst seltsame Weise voneinander unterscheiden und gleichzeitig zusammenführt.
Lasst euch mitreißen von der gewaltigen Schreibkunst der zwei bekanntesten Autoren des neuzeitlichen Mexikos. Zwei Autoren, die es verstehen die brutale, manchmal traurige und gespaltene Realität Mexikos auf trotzdem humorvolle Art zu vermitteln.
Infos zu „Dortmund stellt sich quer“
Am Dienstag, den 23.8. findet um 19.00 Uhr eine Infoveranstaltung zu „Dortmund stellt sich quer“ statt. In der Einladung heißt es: »Fest etabliert hat sich der jährliche Naziaufmarsch in Dortmund rund um den internationalen Antikriegstag. Mit einer unverfrorenen Selbstsicherheit demonstrierten in den letzten Jahren teilweise über 1000 Faschisten und gaben ihre Vernichtungspropaganda als Friedenspolitik aus. Doch der Widerstand nimmt zu. Bereits zum dritten Mal in Folge ruft das Bündnis „Dortmund stellt sich quer“ (DSSQ) zu Aktionen auf, mit dem Ziel den Naziaufmarsch zu verhindern.
Die Ausrichtung ist klar: Wer für Frieden kämpft, muss antifaschistisch kämpfen. Die SDAJ Bochum lädt daher gemeinsam mit ['solid] Bochum zu einer Informationsveranstaltung ins Soziale Zentrum ein. Dort wird am 23. August um 19 Uhr ein Referent aus dem Bündnis die Aktionen vorstellen und begründen, wie das Bündnis zu seinen Ausrichtungen gekommen ist. Informieren! Blockieren! Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!«
Naziaufmarsch am 3. September in Dortmund blockieren!
Aufruf des Bochumer Anti-Nazi-Bündnisses als Download
Am 3. September wollen Neonazis in Dortmund wieder zu ihrem sogenannten Nationalen Antikriegstag aufmarschieren. Sie verhöhnen damit nicht nur das Gedenken an die Naziaggression anlässlich des deutschen Überfalls auf Polen, sondern auch die die vielen Millionen Opfer des deutschen Vernichtungskriegs.
Der Aufmarsch findet nicht zufällig seit Jahren in Dortmund statt. Die Dortmunder Neonazi-Szene zeigt sich als besonders umtriebig. Die Liste von Nazi-Konzerten, Aufmärschen und brutalen Übergriffen ist lang. Polizei, Justiz und Stadt haben darauf lange nur unzureichend reagiert. Insbesondere im Stadtteil Dorstfeld gehören „Autonome Nationalisten“ mittlerweile zum Stadtbild. Umso bedeutsamer ist es, dass es in den vergangenen Jahren auch durch antifaschistische Proteste gelungen ist, den Aufmarsch zum Antikriegstag – zeitweise einer der größten Neonazi-Aufmärsche bundesweit – zu einer stationären Kundgebung mit wenigen hundert Teilnehmern werden zu lassen. In diesem Jahr wollen die Nazis um jeden Preis wieder einen Aufmarsch durchführen. Dem stellen wir uns entschlossen entgegen.
In unserem Bündnis hat jedeR Platz, der/die die Notwendigkeit einsieht, den Nazis etwas entgegenzusetzen. Wir müssen gegen Rassismus, Antisemitismus und faschistische Tendenzen in unserer Gesellschaft vorgehen.
Dabei bleiben wir nicht beim Appell an die Politik. Wir werden selbst aktiv. Gemeinsam werden wir mit Aktionen des zivilen Ungehorsams mit Massenblockaden den Nazis mit tausenden anderen Menschen zusammen den Weg versperren. Wir koordinieren uns solidarisch mit anderen Blockade-Bündnissen für ein erfolgreiches gemeinsames Konzept. Nur so kann die Nazidemo wirklich verhindert und der Politik Dampf gemacht werden.
Auf unseren Aktionen gilt der bewährte Aktionskonsens: Von uns wird keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern.
Wir wollen einen friedlichen sicheren Ablauf. Daher schreiten wir ein, wenn es zu Übergriffen von Nazis oder zu Gewalttaten von Polizisten gegen BlockiererInnen kommen sollte. Es ist ein Skandal, dass die Polizei immer wieder bereit ist, dem braunen Spuk die Straßen frei zu machen.
Die Rechten zu stoppen ist unsere moralische Pflicht und unser Recht. Wir werden uns weder einschüchtern noch verjagen lassen. Den Ort unseres Protestes bestimmen wir selbst und wir gehen genau dorthin, wo wir die Nazis effektiv blockieren.
Wir lassen uns nicht spalten: weder von der Polizei noch von den Medien, die uns gerne in brave BürgerInnen und böse BlockiererInnen einteilen wollen. Unser gemeinsames Ziel muss sein, den Nazis den Tag zu vermiesen.
Uns ist es wichtig, dass sich jeder Mensch bei uns einbringen kann. Am besten ihr reist mit uns gemeinsam an und kommt mit zu unseren Blockadepunkten. Wer nicht in der Lage ist mitzukommen, kann auch helfen die Mobilisierung zu den Blockaden zu unterstützen. Auch einen Kuchen für die Blockaden backen ist ein Weg, den Widerstand gegen den Naziterror zu unterstützen. Unsere Vielfalt ist unsere Stärke.
Kommt mit uns am 3. September nach Dortmund.
Gemeinsam werden wir die Nazis stoppen!
UnterstützerInnen:
AG Feministische Theorie und Praxis
AStA der RUB
Attac Bochum
Bochum gegen Rechts
Bochumer Arbeitsgemeinschaft prekäre Lebenslagen
Bündnis’90/Die Grünen KV Bochum
Compania Bataclan, Ruhrstadtband
der_notstand – Infoladen
DIE LINKE Kreisverband Bochum
DGB Jugend Ruhr-Mark
Friedensplenum
Grüne Jugend Witten
Grüne Jugend Dortmund
Bahnhof Langendreer
Linke Liste an der RUB
Linksjugend ['solid] Bochum
Protestplenum an der RUB
Radio El Zapote, autonome Kulturgruppe Bochum
Soziale Liste im Rat
Soziales Zentrum Bochum
Transnationale Aktionsbündnis Bochum/Dortmund [TAB]
ver.di – Erwerbslosenausschuss Bochum
VVN – BdA / Bochum
Termine:
- Dienstag, 23.8. um 19 Uhr, Soziales Zentrum Bochum: Infoveranstaltung der SDAJ zum Thema „DSSQ!“
- Freitag, 26.8. um 20 Uhr, ver.di-Haus, Unistr. 76: Infoveranstaltung des Bochumer Anti-Nazi Bündnisses in Kooperation mit dem BgR (Bochum gegen Rechts)
- Montag, 29.8. um 18 Uhr im Bhf. Langendreer: Blockadetraining zu Aktionsformen zivilen Ungehorsams (Anmeldung: InfoBlock@gmx.de)
- Samstag, 03.9. 7.45 Uhr, Bochum Hbf (Vorplatz): Treffpunkt zur gemeinsamen Anreise nach Dortmund
Bündnisse in Dortmund:
Alerta! Dortmunder Antifa-Bündnis und antifaschistische Gruppen aus NRW //alerta.noblogs.org
Bündnis „Dortmund stellt sich quer!“ //dortmundquer.blogsport.de
Dortmund nazifrei! Bündnis demokratisches Dortmund //dortmundnazifrei.wordpress.com
Aktuelle Informationen und Ankündigungen für Bochum werden auf www.bo-alternativ.de veröffentlicht.
Mehr als Frauenmorde! Schluss mit den Feminiziden in Lateinamerika!
Eine Informationsveranstaltung der Gruppe Fracción Autonoma del Ejercito Zapatista (FAEZ) im Cafe P.O.T.
Seit einiger Zeit wird in Europa und Deutschland über ein ganz besonders abscheuliches Phänomen in Lateinamerika und insbesondere in Mexiko berichtet. Eine extrem pervertierte Form von Frauenmorden, den Feminiziden.
Genau darüber wollen wir Euch am 13.08.2011 informieren und mit Euch darüber diskutieren. Wir möchten klarmachen, dass diese Gräueltaten nicht länger hingenommen werden können. Es gibt in Lateinamerika und Mexiko eine starke Frauenbewegung, welche wir mit Informationsweitergabe und solidarischen Beteiligungen an Aktionen unterstützen möchten.
Lassen wir die Frauen und Männer dieser Protestbewegung nicht allein, denn es wird sich nur etwas ändern, wenn politischer Druck auf die Regierungen Lateinamerikas ausgeübt wird. Politischer Druck wird jedoch erst ausgeübt, wenn sich eine breite Masse der Zivilgesellschaft vor Ort und in Europa dafür einsetzt. Helfen wir gemeinsam, zeigen wir, dass wir mit den Menschen Lateinamerikas für Gerechtigkeit kämpfen werden.
Welle gewaltsamer Naziübergriffe in Dortmund - Polizei verwechselt Opfer und Täter
Erklärung des Sozialen Zentrums
Wie wir erfahren mußten, ist es in Dortmund, im Vorfeld der Nazi Demonstration am 3. September, zu einer ganzen Reihe gewaltsamer Übergriffe von Nazis gekommen. Auch die Dortmunder Polizei spielte darin eine skandalöse Rolle.
Die Dortmunder Nazis versuchen durch gezielten Terror die gesamte Stadt einzuschüchtern. An zahlreichen Büros und Privatwohnungen sprayten Nazis Hass-Parolen und warfen Scheiben ein. Betroffen waren Linkspartei, DKP, VVN, MLPD, Piratenpartei und Einzelpersonen.
Den Höhepunkt erreichten die Übergriffe in der Nacht zum letzten Freitag (den 29.07.). Eine Gruppe junger AntifaschistInnen wurde auf offener Straße mit Baseballschlägern, Flaschen und Steinwürfen und sogar einem Messer überfallen. Die Nazis fuhren in dieser Nacht offenbar bewaffnet auf der Suche nach politischen Gegnern durch die Stadt. Sie sprangen vermummt aus einem VW Bus. Der VW Bus war der bekannte “Kameradschaftswagen” des Nationalen Widerstand Dortmund. Trotz Vermummung konnten einige der Nazis wiedererkannt werden.
Wie ein derart aggressives und geplantes Vorgehen der Nazis in Dortmund überhaupt möglich ist, erklärt sich im weiteren Verlauf durch die Rolle der Polizei. Die angegriffenen AntifaschistInnen riefen diese sofort zur Hilfe, der eintreffenden Polizei gelang es aber nicht einmal die Nazis an der Flucht zu hindern. Statt dessen bedrängt die Polizei die Opfer des Angriffs und stellt Strafanzeigen gegen diese. Die Polizei hatte in der Nähe ein frisch geklebtes “No Nazis” Plakat entdeckt und verfolgte diese Ordnungs-Bagatelle anstatt des bewaffneten Nazi-Überfalls. Als die Mutter eines Betroffenen eintrifft und sich über das Vorgehen der Polizei empört, legen die Beamten sie in Handschellen und nehmen sie fest.
Gerade im Rahmen der neuesten Ereignisse ist das Verhalten der Polizei für niemanden mehr nachvollziehbar. Im vergangenen Jahr wurde klar das sich im Umfeld des Nationalen Widerstands Dortmund ein Aachener Nazi befand, der Sprengsätze hergestellt hatte. Wie gerade erst der Presse zu entnehmen war, gehört der Nationale Widerstand Dortmund zu den Gruppen, denen Anders Behring Breivik, der Attentäter von Oslo, sein Manifest für eine gewaltsame nationale Befreiung Europas übersandt hat.
Das Verhalten der Polizei kann für die militanten Nazis bei ihren immerdreisteren Überfällen bedauerlicherweise nur als Ermutigung verstandenwerden. Wieder einmal zeigt sich, dass nicht darauf vertraut werden darf, dass die Polizei das Naziproblem löst. Vielmehr sind es die couragierten Menschen, die sich den Nazis entgegenstellen und von ihrem Terror nicht einschüchtern lassen. Nur ein großer öffentlicher Druck auf die Verantwortlichen durch unser gemeinsames direktes Handeln kann die Naziumtriebe nachhaltig stoppen. Die Vorfälle beweisen umso mehr wie richtig und notwendig unsere Blockaden am 3. September sind.
