Archiv - Dezember 2010
Das Echo der Migration
Nur 70 Millionen der Migranten und Migrantinnen weltweit wandern in die OECD-Staaten ein. Schätzungen zufolge gibt es etwa eine Milliarde Menschen auf der Welt, die ihr Land oder ihre Heimatregion verlassen. Die meisten von ihnen leben im globalen Süden. Die Veranstaltung mit Niklas Reese nimmt die Folgen der Auslandsmigration für die Gesellschaften in den Blick, aus denen Menschen weggehen: Inwieweit verändern sich dort die Geschlechterverhältnisse? Und wie wirken sich die Geldüberweisungen aus? Welche Schwierigkeiten haben MigrantInnen, die in ihr Land zurückkehren? Und nicht zuletzt soll auch die Frage eine Rolle spielen, welche Bedeutung Auslandsmigration für politische und gesellschaftliche Emanzipation “zu Hause” haben kann. Trägt Migration zur Demokratisierung der Herkunftsländer bei oder schwächt sie sogar die politische Organisation? Der Autor beleuchtet diese Phänomene insbesondere anhand der Länder Philippinen, Mexiko und Ecuador. Nach der Buchvorstellung soll auch diskutiert werden, ob sich Migration als soziale Bewegung begreifen lässt (”Autonomie der Migration”), in der die Menschen die Verwirklichung ihrer Rechte selbst in die Hand nehmen und sich nicht auf Staat und Wirtschaft verlassen, die ihre Rechte oft mit Füßen treten. Der Hintergrund der Veranstaltung ist die Buchveröffentlichung im Frühjahr 2010 “Das Echo der Migration: Wie Auslandsmigration die Gesellschaften des globalen Südens verändert” von Niklas Reese und Judith Welkmann (Hg.) im Horlemann-Verlag. Mit Niklas Reese. Mitarbeiter des philippinenbüros. Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Südostasienkunde an den Universitäten Bonn und Passau.
SOLI - BRUNCH…
Am 26. März 2010 haben sich engagierte Antifaschist_innen in Bochum-Ehrenfeld einer Kundgebung der rassistischen Partei „Pro NRW“ entgegengestellt. Der Tag endete für sie mit einem massiven Gewalteinsatz seitens der Polizei. Darüber hinaus werden die Betroffenen nun mit einer Repressionswelle *(1) überzogen. Die AG Schlemmen gegen rechts lädt nun im neuen Jahr “zu einem leckeren vegan/vegetarischen Buffet in gemütlicher Atmosphäre einlad, um den kriminalisierten Antifaschist_innen unsere Unterstützung zu zeigen und die aktuellen Prozessen finanziell zu supporten! Alle Einnahmen kommen den von Repression Betroffenen zugute.
// Wir bitten euch um einen Soli-Beitrag von 3-5 € //
Am 26. März 2010 wollte die rechtspopulistische Partei Pro NRW eine Kundgebung vor der Islamischen Gemeinde in Bochum Ehrenfeld abhalten. Ihr Ziel ist es, Muslime als Bedrohung für die „westliche Kultur“ zu stigmatisieren. So spricht Pro NRW beispielsweise von „Islamisierung“ und „Überfremdung“. Schon 2008 versuchten sie in Köln einen „Anti-Islamisierungs Kongress“ unter Beteiligung internationaler rechtsextremer Parteien durchzuführen. Aufgrund massiver Proteste und Blockaden konnte der Rassisten-Kongress nicht durchgeführt werden. Auch in Bochum kamen im März 2010 über 150 Menschen zusammen, um für ein gemeinsames Miteinander und gegen die rechte Hetze zu protestieren. Weitere 50 Antifaschist_innen entschieden sich trotz des Regens ihre Körper in einer Sitzblockade gegen die menschenfeindliche Hetze einzusetzen. Um diese effektive Blockade zum eigentlichen Kundgebungsort vor der Moschee in Bochum Ehrenfeld zu umgehen, leitete die Polizei die Busse der Rechten um. Daraufhin versuchten viele der jungen Antifaschist_innen, gewaltfrei durch die Polizeikette zu gelangen, um sich den umgeleiteten Bussen in den Weg zu stellen. Der Versuch endete mit massiver Polizeigewalt. (weiterlesen)
Polyamory
Der Begriff der Polyamory tauchte in den 1960er Ja
hren erstmals in den USA auf und wird seit etwa zehn Jahren auch hierzulande breiter diskutiert. Er steht für ein Beziehungsgeflecht, in dem mehrere Liebesbeziehungen verantwortungsvoll, ehrlich, offen und verbindlich gleichzeitig entwickelt und gelebt werden. Als Vorläufer sind die «Free-love-Bewegung» in der Mitte des 19. Jahrhunderts, die vor allem eine sexuelle Emanzipation der Frauen im Zentrum ihrer Forderung hatte. Thomas Schroedter, der zusammen mit Chrissy Vetter das Buch Polyamory - eine Erinnerung verfasst hat wird auf dieser Veranstaltung der Frage nachgehen, auf welchem Konzept der Liebe die Polyamory aufbaut. Die Auseinandersetzungen um «vielfältige Lebensweisen» werden aufgenommen, Polyamory wird dabei als Aspekt in der Dynamisierung der Triade Geschlecht-Sexualität-Lebensform vorgestellt.
Nicht entflammBar
Wegen Schneetreibens und anderer widriger Umstände bleibt die EntflammBar am heutigen Freitag, den 24. Dezember geschlossen.
Filmabend: „Das braune Chamäleon“
Am Freitag, den 17. Dezember zeigt die Kerzner Familie den Film „Das braune Chamäleon“ ab 20:00 Uhr im Sozialen Zentrum.
Inhalt: Das braune Chamäleon Die Erscheinungsform von Rechtsextremen hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Neonazis wie die »Autonomen Nationalisten« sind auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden von den Angehörigen linker Subkulturen. Rechtspopulisten wie die Mitglieder der »Pro-Bewegung« versuchen, sich bürgernah zu geben. Der Film beschreibt diese Strömungen aus verschiedenen Blickwinkeln: · Hans-Peter Kilgus vom NS-Dokumentationszentrum Köln beschreibt Ausprägungen der rechten Szene. · Matthias Adrian war Funktionär bei der NPD, distanzierte sich aber nach und nach von der rechtsextremen Ideologie. Er berichtet von seinen Erlebnissen als organisierter Neonazi. · Andreas ist als 11jähriger zu einer Gruppe Rechtsradikaler gestoßen. Er beschreibt, welchen Reiz sie auf ihn ausübte. · Schüler und Lehrer berichten über den Umgang mit der Thematik Rechtsextremismus an der Schule. · Veranstaltungen von »Pro-NRW« und den »Autonomen Nationalisten« sowie Gegenkundgebungen werden dokumentiert. Außerdem behandelt der Film die Frage, wie Widerstandes möglich und sinnvoll sind.
Die Premiere des Dokumentarfilms vom Medienprojekt Wuppertal »Das braue Chamäleon« am 30. November im Wuppertaler CinemaxX wurde von Rechtsradikalen gestört. 15 bis 20 junge Rechtsradikale randalierten im Foyer des Kinos, griffen einen Ordner an und sprühten Pfefferspray gegen Kinobesucher/innen. Außerdem wurden von ihnen rechtsradikale Chöre skandiert. Bei der Aktion wurde ein Ordner verletzt und viele Besucher/innen hatten durch das Pfefferspray der Rechten Reizungen in den Augen. Beim Eintreffen der Polizei flüchteten die Rechten, einer von ihnen konnte durch einen Ordner festgenommen und der Polizei übergeben werden. Die Filmpremiere wurde mit einiger Verspätung dann mit anschließender Diskussion durchgeführt. Im Verlauf des Abends konnten 12 weitere beteiligte Rechtsradikale in der Stadt von der Polizei festgenommen werden.
2010, 90 Min., freigegeben ab 12 Jahren, http://www.medienprojekt-wuppertal.de/3_55.php
The Crazy Never Die
Am Donnerstag, den 9. Dezember um 19.30 Uhr findet im Sozialen Zentrum eine Veranstaltung über den Cowboy und fröhlichen Anarchisten Kinky Friedman (Foto) statt. Gerade ist der 17. und letzte Krimi Kinky Friedmans “Zehn kleine New Yorker” erschienen. Aus diesem Anlass gestaltet der Berliner Autor und Verlagschef der Edition Tiamat Klaus Bittermann einen Abend über den jüdischen Cowboy, Krimischriftsteller und Countrysänger. KinkyFriedman ist zu Lebzeiten eine Legende, sein Witz und sein Humor bringen Eisbären zum Kochen, seine Countryballaden die Pole zum Schmelzen und seine Kandi
datur für die Wahl zum Gouverneur von Texas 2006 verursachte einen kleinen Tsunami in der Öffentlichkeit. Auch 2010 wollte er wieder zur Wahl antreten, aber die Demokraten bekamen kalte Füße. Klaus Bittermann referiert ausführlich die verantwortungslose Fröhlichkeit Kinky Friedmans in seinem einzigartigen Wahlkampf, spricht über die Melancholie in seinen Büchern und spielt dazu einige seiner schönsten Songs ein. Und als Zugabe gibt es Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm über Kinky Friedman »Proud to be an asshole from El Paso«.
Klaus Bittermann lebt in Berlin und ist Herausgeber der Edition Tiamat, in der u.a. Titel von Kinky Friedmann, Hunter S. Thompson, Eike Geisel und Wolfgang Pohrt erschienen sind.
