Archiv - August 2010

Samstag 14.08.10, 07:17 Uhr
Donnerstag, den 19. August 2010, 19.00 Uhr

Erdbeben und politischer Erdrutsch in Chile

Informationsveranstaltung mit Pedro Holz
Pedro Holz

Pedro Holz

Am 17. Januar 2010 wurde in Chile der Milliardär Sebastián Piñera von  der Renovación Nacional („Nationale Erneuerung”) als Kandidat des rechten Wahlbündnisses Coalición por el Cambio (Koalition für den Wechsel) zum Präsidenten gewählt. Am 27. Februar 2010 ereignete sich in Chile das fünftstärkste Erdbeben, das weltweit seit Beginn der seismischen Aufzeichnungen im Jahr 1900 je gemessen wurde. Diese beiden Ereignisse und ihre Auswirkungen werden im Mittelpunkt eines Vortrages von Pedro Holz stehen.
Mit Piñera ist 20 Jahre nach Ende der Militärdiktatur unter Pinochet erstmals ein Präsident des Rechtsbündnisses an die Macht gekommen. Pedro Holz wird auf die Ursachen eingehen, warum es in Chile diesen politischen Rechtsrutsch gegeben hat, während in einigen anderen lateinamerikanischen Ländern linke Präsidenten erfolgreich sind.
Das Erdbeben schließlich hat deutlich gemacht, die groß die sozialen Unterschiede und Probleme in Chile sind und wie präsent das Militär ist, wenn sozialen Unruhen repressiv begegnet werden soll.
Pedro Holz wurde 1938 in Berlin als chilenischer Staatsbürger geboren. 1949 kehrte die Familie nach Chile zurück; 1974 aber kam Pedro Holz wieder in die BRD - diesmal ins Exil. Die Pinochet-Diktatur hatte ihn wegen seiner Mitarbeit in der Regierung Allendes und seiner gewerkschaftlichen Aktivitäten ins Gefängnis gebracht.
In der BRD arbeitete der Diplomingenieur, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler als Lehrbeauftragter an der Universität Duisburg, in verschiedenen Bereichen der Erwachsenenbildung und im freiraum e.V., Bochum.
Lange Zeit durfte Pedro Holz nicht in seine Heimat zurückkehren. Als das Einreiseverbot aufgehoben worden war, besuchte er Chile 1987 für einige Wochen, und Anfang des Jahres 1989 kehrte er mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen endgültig nach Santiago zurück. (weiterlesen)

Freitag 13.08.10, 10:00 Uhr
Freitag, 10. September 2010, 19.00 Uhr

Solidarität mit Mumia Abu-Jamal!

Ein Filmabend der VVN-BdA

Seit über 28 Jahren sitzt Mumia Abu-Jamal in den USA in der Todeszelle. Verurteilt für einen Polizistenmord, der ihm unterschoben wurde, um ihn zum Schweigen zu bringen. Der afroamerikanische Aktivist kämpft seit seiner frühesten Jugend – damals als Pressesprecher der Black Panther Party und bis heute als freier Journalist – gegen Rassismus, Polizeigewalt, Klassenherrschaft und Krieg.
Seine Verurteilung 1982 war eine Farce. Der Staatsanwalt siebte systematisch schwarze Geschworene heraus, präsentierte manipulierte  sowie frei erfundene Beweise und unterdrückte entlastendes Material. Ein offen rassistisch agierender Richter sorgte dafür, dass sämtliche Verstöße gegen die verfassungsmäßigen Rechte des Angeklagten durchkamen. Seit diesem Prozess kämpft Mumia um ein neues Verfahren und seine Freiheit.
1995 und 1999 konnten bereits angesetzte Hinrichtungen dank massiver weltweiter Proteste verhindert werden. Im April 2009 verweigerte das Höchste Gericht der USA mit nur zwei Worten das geforderte neue Verfahren: „Antrag abgelehnt“. (weiterlesen)

Samstag 07.08.10, 13:14 Uhr
Samstag, 18. September 2010, 19.30 Uhr

Dynamik und Demokratisierung. Kapp-Putsch und die Niederlage der Weimarer Republik

am Samstag, den 18.9.2010 um 19.30 Uhr bei der Emily Unberechenbar. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der RLS NRW statt.

Das Ende des ersten Weltkriegs setzte in ganz Europa umfassende Demokratisierungsprozesse frei. Nicht nur in Deutschland standen mit der Republikgründung auch Fragen nach den Mitwirkungsrechten der Lohnabhängigen im Raum. Und nicht nur in Deutschland formierten sich Bewegungen, die sich die gewaltsame Abwehr solcher Demokratisierungsschübe zum Ziel setzten. Der Kapp-Putsch setzte der Demokratisierung in Deutschland ein Ende. Zwar misslang den Putschisten der Griff nach der Staatsmacht, doch der Putsch leitete einen Hegemonieverlust der republiktreuen Kräfte ein, der sich über die Verfestigung der Spaltung der Arbeiterbewegung, die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten und das Verschwinden der liberalen Parteien, die Einführung von Zensurmaßnahmen und Sondergerichten bis zur Absetzung der preußischen Landesregierung 1932 fortsetzte. Die Übergabe der Staatsmacht an die Nazipartei 1933 stieß nicht mehr auf nennenswerten Widerstand. Warum führte der erfolgreiche Widerstand gegen den Kapp-Putsch nicht zu einer Stabilisierung der Demokratisierung? (weiterlesen)

Freitag 06.08.10, 21:21 Uhr
Dienstag, den 21. September 2010, 19.00 Uhr

Alltag an einer Grenze

Die /ag feministische theorie und praxis/ lädt am Dienstag, den 21.09.2010, um 19 Uhr in’s Sozialen Zentrum Bochum ein: “Alltag an einer Grenze” Info-Veranstaltung mit Veronica Corchado vom Netzwerk Pacto por la Cultura aus Ciudad Juárez, zum Thema „Militarisierung der Grenzstadt und die aktuelle Situation der Frauenmorde”

Kurz nach seiner Amtsübernahme hat Mexikos President Felipe Calderón den „Krieg gegen den Drogenhandel” erklärt. Für viele war das nicht nur eine missglückte Wortwahl. Das Militär auf die Straßen zu schicken, um polizeiliche Aufgaben zu übernehmen, war vielleicht der gröbste Fehler seine Amtszeit. Mit der Zeit wurde die Befürchtung Vieler bestätigt: Es ging nicht um eine Übernahme der Aufgaben der Polizei durch das Militär, sondern um eine Militarisierung des öffentliches Lebens an verschiedenen Punkten des Landes. Parallel zur Präsenz der Soldaten auf den Straßen stieg auch die Anzahl der Exekutionen und die Gewalt im allgemeinen. Berichte gehen von über 24.000 Ermordeten seit Ende 2006 aus. Auch die Anzahl der Anzeigen wegen Menschenrechtsverletzungen durch das Militär und die verschiedenen Polizeieinheiten ist enorm gestiegen. Diese Situation hat am Anfang die Zivilgesellschaft in eine Art Schockzustand versetzt. Aber wie einige AktivistInnen uns in verschiedenen Gesprächen gesagt haben, wollten sie nicht zitternd warten, bis auch sie dran wären. Mit viel Mut und nicht weniger Risiko haben sie wieder das Wort ergriffen um ihre Ablehnung dieser Politik der Angst und des Schweigens deutlich zu machen. (weiterlesen)

Donnerstag 05.08.10, 09:49 Uhr
Freitag, 24. September 2010, 19.00 Uhr

Buchvorstellung und Diskussion zum Thema Psychiatrie, Entartung, Massenmord

der-notstand präsentiert im Sozialen Zentrum eine Buchvorstellung und Diskussion zum Thema Psychiatrie, Entartung, Massenmord

Hirnforschung, die Täter der RAF, Amokläufe in Schulen – was haben diese Themen mit einem historischen Mordfall zu tun? Der Literatur- und Sozialwissenschaftler Rolf van Raden untersucht in seinem Buch „Patient Massenmörder“, wie eine spektakuläre Gewalttat bis in die Gegenwart wirkt. Im September 1913 tötete der schwäbische Hauptlehrer Ernst August Wagner seine Frau und seine vier Kinder. Anschließend erschoss er neun weitere Menschen und verletzte elf schwer. Noch heute beziehen sich WissenschaftlerInnen und JournalistInnen auf den Fall: In psychiatrischen Lehrbüchern gilt Ernst Wagner als unheilbarer Paranoiker, der in die Anstalt gesperrt wurde, um die Gesellschaft zu schützen. Neurowissenschaftler nutzen den Fall, um zu beweisen, dass die Ursache von Verbrechen angeblich in der Gehirnphysiologie des Täters liegt. (weiterlesen)

Donnerstag 05.08.10, 08:00 Uhr
Samstag, 25. September 2010, 19.00 Uhr

Pimp your clothes, Vol.1: Nähworkshop

Workshop im Cafe P.O.T

Das eine T-Shirt ist zu eng, das andere zu kurz, das nächste zu langweilig und die Lieblingshose hat seit Wochen ein Loch und flickt sich nicht von selbst? Dagegen soll jetzt Abhilfe geschaffen werden. Wir motzen einen Abend lang unsere alten Klamotten auf und machen sie wieder tragbar.
Mitzubringen sind dafür: Alte Kleidungsstücke, die ihr so, wie sie jetzt im Kleiderschrank hängen, nicht mehr tragen wollt und evtl. Aufnäher, Stoffreste, Knöpfe o.ä., mit denen ihr die Sachen aufpeppen wollt.