Archiv - November 2009
10 Jahre www.bo-alternativ.de
Im Dezember 1999 startete bo-alternativ.de. In der damals formulierten Beschreibung des Projektes heißt es seitdem: ” Mit bo-alternativ.de soll es etwas leichter sein, sich in Bochum zu orientieren. In erster Linie soll bo-alternativ.de dazu motivieren, sich irgendwo einzumischen. Angebote gibt es schließlich genug.
Gleichzeitig soll hier in bescheidenem Umfang versucht werden, Gegenöffentlichkeit herzustellen.” Dies gilt auch nach zehn Jahren noch. Ca. 10.000 Meldungen und ein Vielfaches an Terminen wurden veröffentlicht. Viele Gruppen und Initiativen bekamen hier ihren ersten Webauftritt. Aus etlichen Städten gab es die Bitte um Unterstützung beim Aufbau ähnlicher Webprojekte. Zwei spektakuläre Straf- und zwei Zivilprozesse kosteten viel Zeit, Geld und Nerven. Dies war aber leicht auszuhalten, weil es immer ganz viel Solidarität und Anerkennung für dieses Projekt gab. Am Samstag, den 19. Dezember wird ab 20.00 Uhr das 10-jährige Jubiläum dieser Webseite gefeiert. Die Compania Bataclan (Foto) wird für Musik mit politischem Anspruch sorgen. Weitere Geburtstagsgeschenke sind herzlich willkommen!
Dezemberprogramm des Sozialen Zentrum Bochum
Hallo SZ-FreundInnen, im Herbst der Jubiläen – 40 Jahre Sesamstrasse, 30 Jahre „Leben des Brian“, 20 Jahre Pixies‘ „Doolittle“-LP - steuert das Soziale Zentrum im Dezember auch noch ein paar Termine bei: Das allseits geliebte und für die Bochumer Linke unverzichtbare Portal www.bo-alternativ.de wird 10 Jahre alt und feiert das im Sozialen Zentrum. Am 19.12. findet ab 20 Uhr eine Jubiläumsparty mit Compania Bataclan und weiteren Gästen statt. Der historisch bewussten Bochumer Geschichtswerkstatt ist aufgefallen, dass der „NATO-Doppelbeschluss“, der die Friedensbewegung der 80er Jahre auslöste, vor genau dreißig Jahren im Dezember 1979 gefasst wurde. Daran wird am 10.12. ab 19.30 Uhr erinnert. Ach so, wenn alles gut wird findet auch wieder eine Silvester-Party im SZ statt. Schaut einfach mal auf unsere Homepage. Weitere Termine findet ihr in diesem programmheft.
…nächstes Jahr geht das Feiern übrigens weiter. Dann wird das Soziale Zentrum fünf.
Eure SZlerInnen
Infotour gegen Repression in Österreich
Ende November/Anfang Dezember werden ein Teil der in Österreich nach dem Paragraphen “Kriminelle Organisation” (§278a Strafgesetzbuch) angeklagten TierbefreiungsaktivistInnen (der Gruppe BAT) eine Infotour durch Deutschland machen. Ziel ist, auf die gegen sie gerichtete Repression aufmerksam zu machen, Parallelen zu Fällen anderer emanzipatorischer Bewegungen herzustellen und die Suche nach gemeinsamen Gegenstrategien anzuregen. Am 30.November 2009 werden die Angeklagten im Sozialen Zentrum einen Vortrag halten.
Um was geht es?
Im Mai 2008 wurden in Österreich 23 und später weitere 6 Wohnungen von TierbefreierInnen, Tierrecht-lerInnen und TierschützerInnen und 7 Büros von 6 Tierschutzorganisationen von der polizeilichen Spezialeinheit WEGA aufgebrochen und durchsucht. 10 AktivistInnen, die jetzt angeklagt sind, wurden damals für 3 Monate in U-Haft überstellt. Die Vorwürfe umfassen zum Teil Sachbeschädigungen, Kernbestand ist aber der §278a, die Gründung einer oder die Beteiligung an einer kriminellen Organisation. Wurde dieser Paragraph längst als politisches Instrumentarium zur rassistischen Hetze verwendet, so soll er nun auch zur Schwächung des politischen Tierschutzes wie der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung herangezogen werden. (weiterlesen)
Filmvorführung: “The Age of Stupid”
Das Doku-Drama von Regisseurin Franny Armstrong thematisiert, passend zum Klimagipfel im Dezember in
Kopenhagen, eine Welt nach der selbstgemachten Klimakatstrophe. Wir schreiben das Jahr 2055, London ist überflutet, Sydney in Flammen, Las Vegas von der Wüste verschluckt. Der Gründer des Weltarchivs für alle menschlichen Errungenschaften und Erzeugnisse sitzt in seinem Turm in der geschmolzenen Arktis und sucht eine Antwort auf die Frage, warum die Menschheit nichts gegen den Klimawandel getan hat, als es noch möglich war. Vor einem interaktiven Bildschirm stöbert er durch Originalnachrichten und Dokumentationen der Vergangenheit und stößt dabei auf sechs wahre, heutige Lebensgeschichten, die zusammen ein Bild davon zeichnen, warum wir unseren Lebensraum nicht bewahren konnten.
Dokumentarfilm BRIGADISTAS
70 Jahre nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs kehren die letzten noch lebenden internationalen
Freiwilligen, die für Freiheit und Demokratie und gegen den Faschismus und General Franco gekämpft haben, nach Spanien zurück. Die Brigadistas, 36 Frauen und Männer – die Jüngste 86, der Älteste 99 Jahre alt –, begeben sich auf eine Reise, die sie von Madrid über Zaragossa nach Barcelona quer durch Spanien führt. Einem Land, in dem sie auch nach so langer Zeit noch begeistert gefeiert werden. Diese Reise ist für viele von ihnen die letzte und die Brigadistas wissen das. Sie berichten über das Erlebte und wollen ihre Ideen und Ideale weitergeben. “Brigadistas” ist ein intensives und einfühlsames Portrait dieser Menschen. Der Film zeichnet ein Bild, in dem Begeisterung aber auch Nachdenklichkeit ihren Platz haben.
Zum historischen Kontext siehe den wikipedia-Beitrag zum spanischen Bürgerkrieg
Think Pink!
Am Freitag, den 24.07.2009 fanden in Bochum zwei Hausdurchsuchungen statt, die im Zusammenhang mit der Veröffentlichung eines Videos im Internet stehen sollen. Auf diesem Video ist zu sehen, wie das Gebirgsjägerdenkmal im oberbayrischen Mittenwald mit pinker Farbe besprüht wird. Das Gebirgsjägerdenkmal dient alljährlich als Treffpunkt für die Feierlichkeiten ehemaliger und aktiver Gebirgsjäger. Die Gebirgsjäger waren eine Eliteeinheit der Wehrmacht und sind es heute für die Bundeswehr. Im Nationalsozialismus waren sie an diversen Kriegsverbrechen maßgeblich beteiligt. Einige der ehemaligen Gebirgsjäger sind wegen dieser Taten rechtskräftig verurteilt worden. Seit 2002 gibt es Proteste gegen das jährlich in Mittenwald stattfindende Treffen der Gebirgsjäger und deren Angehörige. Wie einst die Wehrmacht, ist heute die Bundeswehr der größte Arbeitgeber im Ort. (weiterlesen)
Buchvorstellung “Oppositionspolitik. Wolfgang Abendroth und die Bildung der Neuen Linken”
Der Politologe und Jurist Wolfgang Abendroth ist in der politischen Linken nicht zuletzt wegen seiner Geschichte in der Arbeiterbewegung bekannt. Die Geschichte des ersten marxistischen Professors in der Bundesrepublik ist eine spannende Angelegenheit. Als Professor für Politik in Marburg wurde Abendroth nicht nur zur Schlüsselfigur bei der Entwicklung des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, sondern auch zum wichtigen Stichwortgeber der damaligen außerparlamentarischen Bewegungen. Wegweisend ist außerdem seine konzeptionelle Verbindung von gesellschaftskritischer Wissenschaft und Oppositionsbewegung.
Weitere Informationen:
Richard Heigl: “Oppositionspolitik - Wolfgang Abendroth und die Entstehung der Neuen Linken (1950-1968)”, Regensburg 2006.
– Erinnerungs- Geschichtspolitik in Polen
Es werden u.a. Bilder von der Stadt Warschau, der Gedenkstätte Treblinka und des Museums des Warschauer Aufstandes gezeigt. Volker Gerwers wird auch von den vielen Gesprächen - u.a. zuraktuellen politischen Situation in Polen und über Antisemitismus in Polen berichten, die mit MitarbeiterInnen verschiedener Institute und Gedenkstätten geführt wurden. Veranstalter dieser Reise im Oktober 2006 waren der Arbeitskreis Gedenkstätten in NRW und das Bildungswerk der Humanistischen Union.
Der NATO-Doppelbeschluss und die Friedensbewegung in den 80er Jahren
Vor genau 30 Jahren, am 12.12.1979, wurde in Brüssel von den Außen- und Verteidigungsministern der NATO-Staaten der NATO-Doppelbeschluss verabschiedet. Mit diesem Beschluss wurde die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in West-Europa angedroht. Der NATO-Doppelbeschluss führt in vielen westeuropäischen Ländern zu einem Erstarken der Friedensbewegung, die gegen die „Nach”-Rüstung Stellung bezieht. Hunderttausende Menschen gingen damals auf die Straßen, um gegen die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen zu demonstrieren. Ganz wesentlich trug der NATO-Doppelbeschluss zur Verschärfung des Kalten Krieges und zur Atomkriegsgefahr in den 80er Jahren bei.
