Archiv - Juli 2009

Donnerstag 23.07.09, 08:17 Uhr
Montag, 24. August 2009, ab 19 Uhr
7. Medizinische Flüchtlingshilfe-Themenforum

Unschuldig im Gefängnis?!

Abschiebehaft in der JVA Büren

Die JVA Büren ist die größte Abschiebehaftanstalt der Bundesrepublik. Jedes Jahr werden mehr als 2.000 Menschen von ihr ausgehend in alle Welt abgeschoben. Viele von ihnen müssen Wochen, einige sogar mehrere Monate auf ihre Abschiebung warten. Ohne eine Straftat begangen zu haben, werden die Betroffenen eingesperrt und verbringen die ihnen hier verbleibende Zeit unter unwürdigen Lebensbedingungen.
Frank Gockel, Vorsitzender des Vereins “Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren” geht im Rahmen des 7. MFH-Themenforums auf die Situation von Abschiebehäftlingen in der JVA Büren ein. Der Verein besuchte bisher rund 15.000 Menschen in der Haft und hat dadurch eine gute Übersicht über die Haftbedingungen und die Gründe, warum Menschen dort überhaupt inhaftiert werden. Frank Gockel wird somit sowohl über seine langjährige Beratungspraxis in der Abschiebehaft berichten, als auch über die gesamte Arbeit des Vereins, die menschenrechtsverletzende Praxis der Abschiebehaft zu verändern.
Sein Vortrag findet im Zusammenhang der bundesweiten “Woche gegen die Abschiebung” statt, die vom 23. bis 30. August mit unterschiedlichen Aktionen auf das Thema Abschiebungen und Abschiebehaft aufmerksam machen will.

Dienstag 07.07.09, 15:47 Uhr
Freitag, 10. Juli 2009, 20 Uhr
Mexiko, Menschenrechte, Migration

Al otro lado

Kathrin Zeiske berichtet über die dramatische Situation zentralamerikanischer MigrantInnen im Transitland Mexiko.  Der Titel des Vortrags „Al otro lado“ (Auf die andere Seite) hat nicht nur in Mexiko, sondern im gesamten zentralamerikanischen Raum die Bedeutung, in die USA zu gehen. Auf die andere Seite, wo noch Geld zu verdienen ist, um den Kindern Nahrung und Ausbildung zu garantieren, um nicht das ganze Leben lang unterhalb der Armutsgrenze zu vegetieren, sondern ein kleines Startkapital für einen Familienbetrieb zu erarbeiten. Kathrin Zeiske berichtet über die Situation von MigrantInnen aus Zentralamerika an der Südgrenze Mexikos und von ihrer Arbeit in der Herberge Buen Pastor. Die Grenze wird stetig zu einer Kontrollzone gegen die Migrationsbewegung in die USA ausgebaut.
In der DIskussion sollen folgende Fragen diskutiert werden:
● Was wird von der Militarisierung im Rahmen des US-initierten “Plan México“ zu erwarten sein?
● Wieso werden MigrantIinnen massenweise von der mexikanischen Drogenmafia entführt?
● Was können NGOs vor Ort leisten und wo geraten sie an ihre Grenzen?
● Wie beschränken Illegalisierung, Korruption und Rassismus weltweit die Rechte von MigrantInnen?
Kathrin Zeiske lebt und arbeitet seit mehreren Jahren als Menschenrechtsaktivistin in Tapachula/México und veröffentlicht regelmäßig Berichte aus Zentralamerika in ila und jungle world.