Archiv - Oktober 2008
Baustein der zunehmend mörderischen EU-Migrationspolitik
Die Funktion der Zentralen Ausländerbehörden (ZAB) in NRW ist die von “Zentralen Abschiebebehörden”. Sie sind für die Beschaffung von Passersatzpapieren, die “Betreuung” von Flüchtlingen und Migrant_innen in Abschiebehaft, die Durchführung von Abschiebungen sowie die Führung entsprechender Datenbanken zuständig. Damit ist die Zentrale Ausländerbehörde Dortmund ein Baustein der zunehmend mörderischen EU-Migrationspolitik.
Um Passersatzpapiere für Abschiebungen zu beschaffen, hat die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) Dortmund in den letzten Jahren eine Reihe dubioser “Sammelanhörungen” organisiert. Bei solchen Abschiebeanhörungen werden Flüchtlinge und MigrantInnen zwangsweise Botschaftsangehörigen oder Delegationen aus ihren (vermeintlichen) Herkunftsländern vorgeführt. Diese bestätigen dann gegen stattliche Geldsummen, es handele sich um “ihre” Staatsangehörigen, und stellen Papiere für die Abschiebung aus. Auch Flüchtlinge, die während ihrer Anhörung schweigen oder aus einem anderen Land stammen, werden so schon mal zu MitbürgerInnen der Botschaftsangehörigen oder Delegationsmitglieder.
Während der Veranstaltung werden Flüchtlinge über ihre Erfahrungen mit solchen Abschiebeanhörungen berichten und die verschiedenen Funktionen der Zentralen Ausländerbehörden kurz dargestellt werden. (weiterlesen)
“Vergessene Proteste” - Buchvorstellung mit Niels Seibert
Internationalismus und Antirassismus 1964-1983: Afrikanische Studierende, die dem SDS 1964 in Westberlin das regelverletzende Demonstrieren beibringen? Ein bei einer antirassistischen Aktion demoliertes Kino 1966? Krawalle während der Frankfurter Buchmesse 1968? Militante Verhinderung einer Abschiebung 1969? Eine Bombe gegen ein Kriegsschiff im Hamburger Hafen im selben Jahr? Fluchthilfe für US-amerikanische Soldaten 1970? Tumulte auf Aktionärsversammlungen 1971?
Viele politische Aktivitäten der „Neuen Linken“ sind in Vergessenheit geraten. Im Vortrag wird eine Studierenden- und Internationalismusbewegung geschildert, die sich gegen Kolonialismus und Neokolonialismus, Rassismus und die bundesdeutsche Flüchtlingspolitik richtete. Die Erinnerung an diese mitunter militanten Proteste steht unvermeidlich im Widerspruch zur herrschenden Geschichtsschreibung und gibt Anregungen für die heutige politische Praxis.Veranstalter: Attac Campus und BUKO Rhein-Ruhr
finanziell unterstützt von der Rosa-Luxemburg Stiftung NRW und der 68er AG der RLS
Link zur Buchankündigung
Das atomar/fossile Imperium und der Widerstand
Das Anti-Atom-Plenum Bochum lädt zusammen mit anderen Gruppen zu einer Mobilisierungsveranstaltung zum Castortransport ein. Wolfgang Porrmann von der Mega (Menschen gegen Atomanlagen) in Waltrop wird über die Castormobilisierung und das von der Mega organisierte Camp in Gorleben berichten. Gemeinsam werden Horst Hohmeier (Anti-Atom-Plenum Bochum) und Wolfgang dann den fossilen Komplex (Widerstand gegen den Neubau von Kohlekraftwerke in Lünen und Hamm) und die aktuelle Energiediskussion moderieren.
Die Atomenergie wurde seit den 1950er Jahren global mit rund 1.000 Mrd. US Dollar gefördert. Keine andere Energieart hat eine so hohe staatliche Förderung erhalten. Eine gigantische Subventionierung! Die EU fördern die Atomenergie seit 1957 über den Gründungsvertrag EURATOM massiv in Milliardenhöhe über den gesamten EU Haushalt. Die EU haben nach den uns zugänglichen Zahlen die Atomforschung von 1994 bis 2006 mit 3,7 Milliarden Euro gefördert. Dazu kommt die aktuelle Atomforschungsdekade 2007 bis 2013 mit rund 3,1 Milliarden Euro. Der EURATOM Vertrag hat die Atomwirtschaft seit 1957 mit rund 400 Milliarden Euro öffentlichen Steuermitteln unterstützt.
Die IEA (International Atom Agency) schlägt in einem Gutachten für die G8 Staaten im Juni 2008 in Japan den Bau von 1.400 neuen AKW vor und rechnet mit notwendigen Investitionen in Höhe von 45 Billionen US Dollar, um den Klimawandel noch stoppen zu können.
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Film: “Die Taxischwestern von Xi`an”
China ist die Fabrik der Welt, ca. ein viertel aller ArbeiterInnen weltweit stammen aus China; dort werden viele der Konsumgüter für die westliche Welt produziert. Aber die chinesiche Gesellschaft ist in Bewegung gekommen. Allein im letzten Jahr gab es 58.000 soziale Unruhen, Streiks und andere Formen des zivilen Ungehorsams. Eins der zentralen Subjekte dieser Kämpfe sind die Dagong Mei, die Wanderarbeiterinnen. Sie kämpfen gegen die Schranken des patriarchalen Konfuzianismus und der kapitalistischen Produktionsweise für die Durchsetzung ihrer Bedürfnisse. Ihre Situation wollen wir mit Hilfe des Films “Die Taxischwestern von Xi`an” mit Euch diskutieren!
Die Taxischwestern von Xi`an
Fang Yu CN/DE 2005
Sie fahren mindestens zehn Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, seit über zehn Jahren durch die chinesische Metropole Xi’an. Frau Wang, Frau Duan und Frau Yu sind Taxifahrerinnen, im Volksmund auch „Taxischwestern“ genannt. Der Film begleitet sie während ihrer Fahrten und die „Taxischwestern“ erzählen über ihre Arbeit, ihr Privatleben, ihren Kampf ums Überleben und gewähren einen tiefen Einblick in den mörderischen Arbeitsalltag in China.
VeranstalterIn: Linke Liste Dortmund & attac campus bochum
