Archiv - Juni 2008

Samstag 14.06.08, 10:07 Uhr
Sonntag, 15. Juni 2008 um 20:00 Uhr
Shoppen ohne Kreditkarte und Bargeld

KostNixLaden eröffnet im Sozialen Zentrum Bochum

Am Sonntag, den 15. Juni wird im Sozialen Zentrum Bochum die Eröffnung des neuen “KostNixLadens” gefeiert. Die Initiative “bochUMSONST” lädt ab 20.00 Uhr dazu ein, in dem Angebot aus Haushaltswaren, Zeitschriften und Anziehsachen zu stöbern und sich die schönsten Dinge mit nach Hause zu nehmen. Bei diesem besonderen Shoppingevent ist der Name Programm, denn im “KostNixLaden” gibt es alles für lau. Egal ob das alte Kaffeegeschirr der Großmutter oder das Sommerkleidchen im Blumenmuster, wer im Laden fündig wird, kann die neu gewonnenen Schätze ohne Gegenleistung mitnehmen. Die Initiative öffnet ab sofort jeden Sonntag von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr ihre Türen.
Das Konzept des “KostNixLadens” ist eigentlich ganz einfach. Es werden Dinge angeboten, die Menschen im Laden abgeben, weil sie keine Verwendung mehr dafür haben, andererseits jedoch zu schade wären, um sie wegzuwerfen. Der Laden funktioniert so ähnlich wie ein Flohmarkt, nur dass kein Geld eingenommen wird. In Zeiten, in denen die meisten versuchen, ihre überflüssig gewordenen Habseligkeiten bei eBay oder anderen Onlinebörsen zu verkaufen, um für diese noch ein paar Euro herauszuschlagen, klingt das erstmal ungewohnt. Doch gerade dieser Gegensatz macht einen zentralen politischen Aspekt des “KostNixLadens” aus. “Mit dem Laden wollen wir Menschen, die einfach nicht die Möglichkeit haben, Geld für die Dinge des täglichen Bedarfs zu bezahlen, eine Hilfestellung bieten”, erklärt Florian Grewe von bochUMSONST. “

Im KostNixLaden sehen wir jenseits der Sex and the City-Mentalität eine Alternative, in der sich Menschen ebenso schick einkleiden können, jedoch die Wertschätzung von Schuhen nicht von einem 200 Euro-Preisschildchen abhängen muss.”, so Grewe weiter. Bei der Eröffnungsfeier am Sonntag bekommt die Initiative Unterstützung von der etablierten Bochumer Kochgruppe “FoodNotBombs”, die an dem Abend veganes Essen anbietet - natürlich umsonst. Es wird außerdem dazu aufgerufen, dass die Gäste Dinge mitbringen, die sie dem Laden zur Verfügung stellen wollen. Dies sei jedoch keine Bedingung, um die Veranstaltung zu besuchen oder sich im Laden zu bedienen. In Zukunft sollen, neben der stetigen Ausweitung von KostNix-Angeboten, auch noch Diskussionsveranstaltungen stattfinden, die sich kritisch mit Konsumkultur und “Umsonstökonomie” auseinandersetzen.

Dienstag 03.06.08, 18:07 Uhr
Freitag, 6. Juni 2008 um 20:00 Uhr

G8-Filmabend:ein Jahr nach dem G8-Gipfel von Heiligendamm

Ein Jahr nach dem G8-Gipfel von Heiligendamm zeigt das „G8-Plenum Bochum“ am Freitag, 6.Juni - dem ersten Jahrestag der “Block G8″-Blockaden vor Heiligendamm - zwei Filme von Menschen, die mit unterschiedlichen Ansätzen die Ereignisse um den Gipfel und die Gegenaktionen begleitet haben.
“Die Welt zu Gast bei Freunden”,
30 Min, vom Medienprojekt Wuppertal
Der Film begleitet GipfelgegnerInnen bei ihren Aktionen und wechselt in Parallelmontagen immer wieder den Standort des Geschehens. Neben Statements von GipfelgegnerInnen zum Geschehen kritisieren auch AnwohnerInnen in Interviews das G8-Gipfeltreffen und zeigen auch zum Teil Verständnis für den friedlichen Protest der jungen DemonstrantInnen.
“What Would It Mean To Win?”,
40 Min, von Zanny Begg & Oliver Ressler
kombiniert dokumentarisches Bildmaterial mit Interviews und Animationssequenzen und ist anhand von drei für die Bewegung wichtigen Fragen strukturiert: Wer sind wir? Was ist unsere Macht? Was würde es bedeuten zu gewinnen? Dieser Filmabend soll nicht nur ein wehmütiger oder wütender Blick zurück in die eigene Geschichte sein, sondern auch zu Diskussionen anregen über Fragen wie: „Was haben wir aus unserem Erfahrungen bei den Gipfelprotesten gelernt?“ „Wie wirkt sich dies auf unsere lokale, politische Arbeit im Ruhrgebiet aus?“ „Wie geht es für uns ein Jahr nach dem Gipfel in Heiligendamm, im Jahr des Gipfels in Japan und ein Jahr vor dem Gipfel in Italien weiter?“ In diesem Sinne sind alle Interessierten so gegen 20:30 Uhr herzlichst eingeladen zum G8-Filmabend, wenn möglich „Open Air“!

Dienstag 03.06.08, 17:58 Uhr
Sonntag, 8. Juni 2008 um 13:00 Uhr

1. Salon im sozialen Zentrum: Terrorbranch

Salon: ein Treffpunkt zum themenbezogenen Gedankenaustausch in der gelassenen Atmosphäre eines mittäglichen Cafebetriebs. Von vorbereiteten und spontanen Meinungsäußerungen inspiriert werden. Verschiedene Blickwinkel auf politische und soziale Probleme kennen lernen. Raum für die Darstellung der eigenen unfertigen Ideen. Ahnungen von sozialen Möglichkeiten entstehen lassen. Gemeinsam Erkenntnisse gewinnen. Der Wahrheit trotzen.
„Terrorismus“ tritt uns heute als Kampfbegriff des Staates gegen alle möglichen Formen nichtstaatlicher Gewalt entgegen, als sei das Gewaltmonopol des Staates immun gegen Herrschaft durch Terror und es deshalb selbstredend zum Krieg dagegen legitimiert. Andererseits zeigt die Geschichte, dass auch Bewegungen gegen Gewaltsysteme Terror als Kampfmittel angewendet haben. Der Austausch soll deshalb in reflektiver Atmosphäre die Frage neu stellen, was Terror für uns bedeutet. Er soll helfen, Formen von Gewalt auf ihre terroristische Qualität, auf ihre Wirksamkeit gegen Unterdrückung, auf ihre emanzipatorische Wirkung hin zu überprüfen. Wir hoffen, Übergänge zwischen ihrer befreienden und Herrschaft neu herstellenden Funktion untersuchen zu können. Unter anderem an Hand von tatsächlich stattgefundenen Aktionen. Unser Ziel ist eine möglichst unideologische Beschäftigung mit diesem Thema unter der Grundannahme, dass Gewalt ein Mittel zur Befreiung, wie auch ein Mittel zur Etablierung von Herrschaft über andere sein kann. Diese Grundannahme scheint uns für den konkreten Salon Voraussetzung zu sein: das subjektive Interesse am Thema, Lust an der Beteiligung am Austausch, ist ein wesentlicher Bestandteil des Versuchs. Wer Gewalt als Mittel im sozialen Konflikt grundsätzlich ablehnt, wird sich für andere Fragen interessieren. Vielleicht ein weiteres Salonthema…