Archiv - August 2007
Was bedeutet “neue Marx-Lektüre”?
Lange Zeit hindurch konnten die komplementären Diskurse des partei-, später staatsoffiziellen Marxismus sowie des westlichen Antikommunismus die nahezu uneingeschränkte Definitionsmacht über das beanspruchen, was gemeinhin als ‚Marxscher’ oder ‚wissenschaftlicher Sozialismus’ galt. Abweichende Formen des Marxismus, wie der ‚westliche Marxismus’ oder die ‚neue Marx-Lektüre’ formulierten dagegen eine Kritik des traditionsmarxistischen Paradigmas und beanspruchten gegen dessen restringierte und ideologisierte Lesart die Herausarbeitung der ‚authentischen’ bzw. ‚esoterischen’ Gehalte der Marxschen Gesellschaftsanalyse und –kritik. Während der westliche Marxismus sich vorwiegend auf eine im engeren Sinne philosophisch-methodologische Diskussion der Marxschen Frühschriften konzentrierte und dabei hinsichtlich der Kritik der politischen Ökonomie klassische Annahmen des Traditionsmarxismus fortsetzte, weist die neue Marx-Lektüre eine in ihrer Konsequenz doppelt kritische Stoßrichtung auf: (weiterlesen)
